News August 2026

Thomas Deipenbrock
im Auftrag der Kulturwiesen UG (haftungsbeschränkt)
News – August 2026

„Herr Schmickler, danke!“ – Die einzig logische Antwort auf „Herr Schmickler bitte“

Alverskirchen. „Herr Schmickler, danke!“ – für die Moderation der Kulturwiesen konnte es am Ende dieses besonderen Abends eigentlich nur diese eine logische Antwort auf den Programmtitel „Herr Schmickler bitte“ geben. Denn Winfried Schmickler bescherte seinem Publikum an einem wundervollen Sommerabend einen Auftritt, der weit über einen gelungenen Kabarettabend hinausging.

Dabei war es keineswegs selbstverständlich, dass Schmickler an diesem Abend auf der Bühne stehen würde. Eine sich ankündigende Erkältung hatte ihn bereits einige Tage zuvor zu seinem Hausarzt geführt. Doch als es um die Frage ging, ob er den Auftritt vielleicht besser absagen sollte, ließ Schmickler keinen Zweifel aufkommen: Auf Alverskirchen zu verzichten, komme für ihn überhaupt nicht infrage. Hamburg könne er absagen, Berlin ebenso, und auch München dürfe es gerne treffen – aber auf gar keinen Fall Alverskirchen.

Eine Ansage ganz nach dem Geschmack des Publikums auf den Kulturwiesen – und zugleich ein Auftakt, der hervorragend zu dem Mann passte, der anschließend den Abend bestimmte. Denn Schmickler wäre nicht Schmickler, wenn er selbst einer drohenden Erkältung noch eine Pointe abgewinnen könnte.

Ein besonderer Gast an einem besonderen Sommerabend

Passend zu diesem wundervollen Sommerabend gab es auf den Kulturwiesen noch einen weiteren Grund zur Freude: Der 33.000. Gast seit Bestehen der Kulturwiesen konnte begrüßt werden. Ein bemerkenswerter Meilenstein für die Spielstätte, der an diesem Abend gemeinsam mit dem Publikum gefeiert wurde.

Die Zahl steht dabei für weit mehr als eine eindrucksvolle Besucherbilanz. 33.000 Gäste bedeuten ebenso viele Begegnungen mit Kultur und unzählige gemeinsame Abende unter freiem Himmel. Was einst als kulturelle Idee begann, hat sich zu einem Ort entwickelt, an dem Künstler und Publikum zusammenkommen und Kultur ganz unmittelbar erlebt wird. Dass ausgerechnet an einem solchen Sommerabend und bei einem Auftritt von Winfried Schmickler diese besondere Marke erreicht wurde, passte bestens zur Atmosphäre des Abends.

Unter dem Titel „Herr Schmickler bitte“ präsentierte sich der Kabarettist so, wie ihn sein Publikum seit vielen Jahren schätzt: wortgewaltig, präzise, bissig und mit jenem unverwechselbaren Wechsel zwischen trockenem Humor, scharfer Beobachtung und leidenschaftlicher Empörung. Dabei nahm er nicht nur die großen gesellschaftlichen und politischen Fragen ins Visier. Immer wieder sind es die vermeintlich kleinen Absurditäten des Alltags, an denen Schmickler zeigt, wie viel Stoff für Satire das ganz normale Leben bereithält.

Seine besondere Stärke liegt dabei in der Sprache. Schmickler braucht kein großes Bühnenbild und kein Spektakel. Ein Gedanke, ein Satz, eine kleine Beobachtung genügen – und schon entwickelt sich daraus eine jener Wortkaskaden, für die der Kabarettist bekannt ist. Mal leise und beinahe beiläufig, dann wieder mit wachsender Geschwindigkeit und Empörung, bis aus einer alltäglichen Feststellung ein verbales Feuerwerk wird.

Das Publikum auf den Kulturwiesen folgte ihm dabei aufmerksam und belohnte die Pointen immer wieder mit herzhaftem Lachen. Doch ein Schmickler-Abend erschöpft sich nicht in einer möglichst hohen Zahl von Lachern. Hinter dem Humor steckt stets Haltung. Der Kabarettist schaut genau hin, legt den Finger in gesellschaftliche Widersprüche und stellt Fragen, die auch dann noch nachwirken, wenn das Lachen längst verklungen ist.

Kultur als Ort des Zusammenhalts

Wie sehr dieser Gedanke für Schmickler über das eigentliche Bühnenprogramm hinausgeht, wurde besonders in seinen Schlussworten deutlich. Explizit hob er die gesellschaftliche Bedeutung von Kultur und Zusammenhalt hervor – und machte dabei die Kulturwiesen selbst zum Beispiel dafür, was kulturelles Engagement vor Ort bewirken kann.

Eine mit Herzblut geführte Spielstätte wie diese sei eben mehr als nur ein Ort, an dem Künstler auftreten und Zuschauer für einige Stunden unterhalten werden. Kultur schafft Begegnungen. Sie bringt Menschen zusammen, ermöglicht Austausch und gemeinsames Erleben und kann damit gerade in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen etwas leisten, das weit über einen einzelnen Veranstaltungsabend hinausreicht.

Dass Schmickler diesen Gedanken ausgerechnet auf den Kulturwiesen formulierte, verlieh seinen Worten zusätzliches Gewicht. Denn hier wird sichtbar, was entstehen kann, wenn Menschen mit persönlichem Einsatz und Leidenschaft einen kulturellen Ort schaffen und über Jahre hinweg mit Leben füllen. Der an diesem Abend begrüßte 33.000. Gast lieferte dafür gewissermaßen die passende Zahl.

So bekam der Abend zum Abschluss noch einmal eine nachdenkliche und zugleich herzliche Note. Aus einem Kabarettabend wurde ein Plädoyer für die Kultur – und für jene Orte, an denen Menschen zusammenkommen, miteinander lachen, diskutieren und für einige Stunden Gemeinschaft erleben.

Und damit schloss sich der Kreis zum Titel des Abends. Auf „Herr Schmickler bitte“ konnte es für die Kulturwiesen-Moderation nach diesem Auftritt eigentlich nur eine Antwort geben:

„Herr Schmickler, danke!“